Zwanzig Jahre jugendschutz.net – Der unermüdliche Kampf für den Schutz der Jugend

jugendschutz.net ist aktiv im Kampf gegen Hass und Gewalt sowie sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen im Internet

Der Jugendschutz im Internet ist ein Thema, das Eltern heute oft, ja fast täglich, Sorgen bereitet. Im Zuge der Recherche für diesen Beitrag habe ich versucht, zahlreiche Begriffe zu googeln, die ich sonst nie im Internet hätte nachschlagen können. Es ist erstaunlich, was alles mit einem Mausklick zu finden ist. Aus diesem Grund wurde jugendschutz.net 1997 gegründet, um für mehr Sicherheit im Internet zu sorgen, die unsere Kinder und Jugendlichen genießen können.

Welche Gefahren birgt das Internet für Kinder und Jugendliche?

Alkohol, Missbrauch, Drogen, Enthauptungen, Hungerkämpfe, Selbstverteidigung, Cybermobbing, extreme politische Ansichten in allen Formen. Die Liste geht weiter. Die Liste ist lang und gefährlich. Mit wenig Aufwand sind diese Materialien für Kinder im Internet leicht zugänglich. Die Menge an Texten, Audios, Bildern und Videos, die die Rechte von Minderjährigen verletzen, ist unüberschaubar. „Wir sind nicht in der Lage, alle Inhalte zu sichten, denn das Informationsangebot im Internet ist unüberschaubar“, sagte der Leiter Friedemann Schindler im Gespräch mit der dpa.

Aufgrund der großen Menge an Inhalten konzentriert sich das Unternehmen auf Inhalte, die speziell auf jüngere Nutzer ausgerichtet sind und eine besondere Reichweite haben. „Wir gehen nicht nur gegen bestimmte Inhalte vor, unser Ziel ist eine strukturelle Verbesserung“, sagte Schindler. Die großen internationalen Akteure wie Youtube und Facebook müssen bestimmte Arten von Inhalten sperren und das Beschwerdeverfahren so regeln, dass die Inhalte, die eine Bedrohung darstellen, schnell verschwinden.

Facebook lanciert Präventionsprojekt

Die Prävention ist jedoch ein wichtiges Problem. Facebook zum Beispiel hat dem Racheporno den Kampf angesagt. Zusammen mit dem eSafety Office hat Facebook ein Pilotprogramm in Australien sowie in den drei Ländern gestartet. Dieses wird dazu beitragen, dass selbst im schlimmsten Fall Nacktaufnahmen im Voraus blockiert werden. Es wird Hacker und sogar verärgerte Ex-Partner davon abhalten, gefälschte Bilder zu verbreiten.

Natürlich werden unerwünschte Bilder bereits entfernt und gemeldet. Wer sich jedoch Sorgen macht, dass ein unerwünschtes Bild noch nicht öffentlich zugänglich ist, sollte sich an einen der eSafety-Pilotbeauftragten des Projekts wenden. Der nächste Schritt ist die Weiterleitung des besorgten Bildes über den Messenger.

Die Fotos sind durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Die von Facebook eingesetzte Technologie ermöglicht die Erstellung eines „Hash“, der aus den Daten des Bildes berechnet werden kann und einen digitalen Fingerabdruck des Bildes darstellt. Allerdings wird das Bild nicht zu diesem Zweck gespeichert. Wenn ein Nutzer versucht, ein identisches Bild hochzuladen, sollte das System in der Lage sein, dies zu erkennen und den Versuch zu blockieren.

Leider ist noch nicht sicher, ob die Funktion auch in Deutschland verfügbar sein wird. Eine Facebook-Sprecherin sagte jedoch gegenüber der Nachrichtenagentur: „Dies ist ein erstes Pilotprogramm für Australien und wir testen die Anwendung derzeit mit anderen Ländern und Partnern. Wir sind gespannt auf die Reaktionen, die wir in diesem Pilottest erhalten.“ Wenn die Tests erfolgreich verlaufen, kann dieses Schutzsystem auch bei uns zum Einsatz kommen.

Was macht jugendschutz.net?

Das 1995 gegründete Unternehmen, das im Bereich des Jugendschutzes im Internet eine bedeutende Rolle spielt, begann mit nur 1 1/2 Mitarbeitern und beschäftigt heute 50 Mitarbeiter. Die Aufgaben von jugendschutz.net sind durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) abgedeckt und in einem Staatsvertrag näher geregelt. Die Geschäftsstelle mit Sitz in Mainz verbindet Forschung und Maßnahmen zum Jugendschutz mit der Sensibilisierung von Eltern, Dienstleistern und Jugendlichen für Risikosituationen. Jugendschutz.net ist das Kompetenzzentrum des Bundes und der Länder für den Jugendschutz im Internet.

Kontinuierliche Beobachtung und Recherche sind wichtig.

Die Jugendschutzbeauftragten überprüfen das Internet auf Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz. Das Amt wird über Beschwerden informiert und führt im Rahmen der Risikoüberwachung eigene Untersuchungen durch. Der Schwerpunkt liegt auf Themen oder Dienstleistungen, die für junge Kinder und Jugendliche besonders wichtig sind.

Die Anbieter von Inhalten sind dafür verantwortlich, dass die Inhalte mit dem Jugendschutzgesetz übereinstimmen. Die Agentur macht auf Verstöße aufmerksam und fordert deren sofortige Entfernung. Ziel ist es, kostspielige Prozesse zu vermeiden und die schnellstmögliche Entfernung oder Änderung der Inhalte zu erreichen.

Gute Zusammenarbeit mit internationalen Netzwerken.

Jugendschutz im Internet kann zudem nur erfolgreich sein, wenn er mit Hilfe von Behörden, Selbstregulierungsorganisationen sowie internationalen Partnern und Dienstleistern umgesetzt wird. So ist jugendschutz.net mit allen relevanten in- und ausländischen Akteuren der Branche vernetzt, die sich mit Jugendschutz beschäftigen.

Zudem ist jugendschutz.net Gründungsmitglied der Netzwerke INHOPE (Bekämpfung von Darstellungen der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen) sowie INACH (Bekämpfung von Hass im Netz).

Kontakt und Unterstützung für Kinder, Eltern, Erzieher, Fachleute und andere Fachleute

Ein moderner Jugendschutz im Internet sollte auch medienpädagogische Programme umfassen. Deshalb entwickelt jugendschutz.net auf der Grundlage seiner Forschungsergebnisse Konzepte und Handreichungen, die in der Praxis eingesetzt werden können. Die Hauptzielgruppe sind Jugendliche und Erzieher, Eltern und Lehrer.

Wie sicher ist das Leben unserer Kinder im Netz?

Primäres Ziel sei es, jugendgefährdende Inhalte so schnell wie möglich verschwinden zu lassen, so Schindler. „Bei den meisten Verstößen gelingt uns das auch sehr schnell.“ So werden die Mitarbeiter von Youtube als zuverlässige Flagger bezeichnet. Aus diesem Grund entfernt die Plattform die anstößigen Inhalte in der Regel innerhalb weniger Stunden.

Das Wichtigste, was man sich merken sollte, ist Safety by Design. Dabei handelt es sich um Sicherheitsvorkehrungen, die bei der Entwicklung getroffen werden. „Derzeit werden viele Produkte auf den Markt gebracht, und man merkt, dass es Kinder auf dem Markt gibt.“ Es ist ein größeres Bewusstsein erforderlich. Um sicherzustellen, dass die Einstellungen für die Konfiguration von Kindern sowie Beschwerdemechanismen sofort vorhanden sind. Große Plattformen können nun das Hochladen von Bildern stoppen, die aufgrund von Verstößen entfernt wurden. Sein Team testet derzeit die Erkennung von Text auf Facebook sowie von Fotos mit DNA von Microsoft, die in der Lage ist, Inhalte zu identifizieren, die als hasserfüllt bekannt sind. „Dies ist zum Beispiel eine leere Gaskammer mit der Anzahl der Kalorien, die durch die Verbrennung des Fettes eines Juden erzeugt werden.“

Das Wichtigste ist, dass die Mission von jugenschutz.net noch nicht zu Ende ist. „Die schrecklichen Bilder, die wir sehen, inspirieren uns regelmäßig dazu, alles zu tun, was wir können, um Ausbeutung, Gewalt und Hass zu bekämpfen“, sagt Schindler. „Wir verstehen uns als Anwälte und Mahner für Kinder im Internet.“

Das Wichtigste ist, dass die Eltern mit ihren Kindern in Kontakt bleiben. Sie sollten auch die Hilfe nutzen, die Schulen und Organisationen anbieten, und sich auf dem Laufenden halten. Die Eltern sollten aktiv an den Aktivitäten ihrer Kinder im Internet beteiligt sein, Fragen stellen und lernen. Kinder sollten wissen, dass sie, egal was sie getan haben oder was ihnen passiert ist, ein erfahrenes Familienmitglied haben werden, das ihnen beisteht und ihnen bei ihren Ängsten hilft, anstatt sie zu bestrafen – das ist die wirksamste Sicherheit, die wir unseren Kindern bieten können.

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