Der Kampf der Polizei gegen die Internet-Kriminalität

Die Polizei arbeitet im Internet, um gegen Cyberkriminalität zu ermitteln.

Auf der BKA-Herbsttagung erwarteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer große Themen. Die Niederlande präsentierten die Polizeiarbeit mit der neuesten App sowie die erweiterte polizeiliche Echtzeitüberwachung. England kündigte seine Post-Brexit-Polizeipläne an.

Die diesjährige Herbsttagung im Bundeskriminalamt in Ingelheim war geprägt von einer Vielzahl von Themen. Ein roter Faden zog sich jedoch wie ein roter Faden durch die Tagung: die politischen Turbulenzen, mit denen die Polizei im Allgemeinen konfrontiert ist. Die aktuelle Situation ist dort, wo die politischen Turbulenzen am stärksten sind, fast kein Thema mehr. Ian Cruxton, stellvertretender Direktor der britischen National Crime Agency, forderte, dass das Land an das Schengener Informationssystem SIS II angeschlossen wird, obwohl es nicht mehr Teil der EU ist.

Erleichterung der Polizeiarbeit per App

Die Niederlande stellten ihr Forschungsprojekt ARpro (Augmented Reality Professional) vor, eine Art Version von PokemonGo, die sich an die niederländische Polizei richtet. Der Polizeibeamte bekommt alle für ihn wichtigen Daten priorisiert und auf sein Handy geschickt, wenn er auf Streife ist. Das heißt, alle Informationen, die über das Viertel, in dem er sich befindet, verfügbar sind. Der Vorgesetzte hingegen kann seine Streifen besser koordinieren, da er die Position des Polizeibeamten auf einem großen Bildschirm sehen kann. Ähnliche Ideen werden in Deutschland mit der Hamburger Polizei erforscht, die laut dem Hamburger Polizeipräsidenten Ralf Martin Meyer plant, in naher Zukunft ein Pilotprogramm mit dem „Real time crime center“ zu starten.

Die niederländische Anwendung MEOS, die dem Limburger Polizeipräsidenten Gery Veldhuis vorgestellt wurde, war sehr beliebt. MEOS steht für „Mobiel Effective Op Straat“. Es erfüllt auf clevere Weise die Anforderung, mobil effizienter zu patrouillieren. Der Beamte kann ein Bild des Kennzeichens aufnehmen, um die Anfrage des Inhabers auszulösen, und dann wird der Prozess der Anfrage automatisch gestartet. Zusätzlich können Ausweise auch gescannt werden, wenn die Anwendung im „Glühbirnenmodus“ arbeitet, so dass häufige Verstöße (Fahren ohne Sicherheitsgurt oder Helm und Geschwindigkeitsübertretungen) mit nur wenigen Klicks festgestellt werden können. Um weiter an der Technologie zu arbeiten und sie zu verbessern, wurden 200 IT-Fachleute von Polizeibeamten der niederländischen Polizei eingestellt.

Veldhuis beendete seine Rede mit einer Warnung vor den „Einschränkungen, die durch die lähmende Wirkung auf die Datensicherheit entstehen“. Er erklärte, dass MEOS zwar effizienter sein mag, aber auch dem Polizeiinformationsgesetz (Wet Politiegegevens) entsprechen muss. Auf die gleiche Weise, fügte er hinzu, könnte ein anderes Projekt, bekannt als LORA, die Daten des Internets der Dinge analysieren, z.B. wenn ein Schuss abgefeuert wird, und Amazons Lauscher können das Geräusch hören.

Internetkriminalität ist kein Bereich, dem die Polizeischule ihre Aufmerksamkeit schenkt

Der Leitende Oberstaatsanwalt Andreas May informierte, dass die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität in Gießen ausgebaut werden soll. Die Zahl der Staatsanwälte soll verdoppelt und die Zuständigkeiten erweitert werden. Die Zahl der dort arbeitenden Staatsanwälte wird im nächsten Jahr von sieben auf zwölf erhöht.

Während die Zahl der Errungenschaften lang ist, berichtet May, dass es nicht viel Begeisterung für Cyberkriminalität gibt. Bei einem Test an der Polizeihochschule zeigten nur sieben von 170 Studenten Interesse. Aber die Polizeiausbildung muss aktualisiert werden. Letztendlich sollte jedem Kriminellen beigebracht werden, wie man einen Fußabdruck schützt, so der Oberstaatsanwalt. „Aber nur sehr wenige Menschen können eine Informationsspur erstellen.“ Wenn es um Kindesmissbrauch geht, ob aufgezeichnet und ins Internet gestellt oder um den illegalen Handel mit Waffen, waren die Sonderermittler der ZIT oft im Bilde, wenn Kriminelle im Internet operierten.

Doch ebenso wie Polizei und Staatsanwaltschaft sind auch IT-Experten gefragt. Deshalb wurden zwei neue Stellen für Cyber-Analysten eingerichtet, die mit Informatikern besetzt werden sollen.

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